Überfang: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 20. August 2011, 09:45 Uhr

Wirbelduo klein.jpg

Klarglas-Überfänge

Um ein Muster in einer Perle besonders zur Geltung zu bringen, kann man die ganze Perle oder Teile davon mit klarem Glas überziehen. Dies wird Überfang genannt. Verschiedene Techniken sind möglich:

Es gibt mehrere Techniken, bzw. Vorgehensweisen, wie man am besten überfängt.

Auch gibt es Vorlieben für bestimmte Klarglassorten. So wird zB. Lauscha Klar Moretti klar meist vorgezogen, da es weniger zum Einschließen bzw. bilden von Bläschchen neigt.


Überfang mit dicken Stringern (ca. 2-4mm)

Aus einer dickeren Stange kann man sich Stringer ziehen. Mit dem Überfang beginnt man dann an einem Perlenloch, legt sorgfältig Spur an Spur Klarglas um die Perle, immer leicht überlappend. Die Flamme soll nicht auf die Perle gerichtet sein, sondern knapp neben den Stringer. Hier ist sorgfältiges Arbeiten gefragt; Evtl. muss der Vorgang unterbrochen werden, um die Perle zwischendurch warmzuhalten. So wird Spur um Spur gelegt, bis die ganze Perle mit Klarglas lückenlos bedeckt ist. Dann sorgfältig glattschmelzen und die Perle fertigstellen.

O-Ton aus dem Perlentreff dazu: ...Weil ich auch Probleme hatte habe ich mir Klarglasstringer gezogen, und damit ging es richtig gut. Nachdem ich damit eine Weile geübt hatte - und gestern abend die Stringer aus waren bevor ich meinen Kreativitätsschub abschalten konnte - hab ichs wieder mit 6mm Klarstangen versucht... und es ging auch ... Bei den Stringern muss man eben sehr sorgfältig Spur um Spur legen, aus Lücken quetscht sich bei zusammenlaufenlassen die Grundperle raus .... Bei mir hat das wohl den entscheidenden Schritt zur Verbesserung der Technik ausgemacht. Die Perle muss vor dem zukleistern mit klar eben auch kühl genug sein. Und man muss NICHT - wie ich dachte - die ganze Zeit das Teil aufheizen, wenn das abgeschmolzene Klar nicht ausreicht um die ganze Perle damit einzukleistern, reicht es das Gebilde in der Nähe der Flamme warm zu halten.


Überfang mit einem grossen Blob

(Perlen auf dem Bild)


Für diese Art Überfang wird am Ende einer dicken Klarglasstange eine grössere Menge Klarglas flüssig gemacht. Dies nennt man Blob, und es ist nicht ganz einfach, einen solchen zu balancieren. Die Glasmenge sollte in etwa der Perle entsprechen, d.h. zum Überfangen braucht es mindestens soviel Glas, wie für die Basisperle verwendet wurde. Die Basisperle bleibt währenddessen im hinteren Bereich der Flamme warm. Ist der Blob gross genug, wird er so heiss wie irgend möglich gemacht, er soll hell leuchten. Die Perle wird derweil neben die Flamme gehalten und kühlt etwas aus. Kurz bevor der Blob davonläuft, setzt man ihn so auf die Perle auf, dass der grösste Teil nach vorne hängt; diesen "Bauch" schiebt man mit der Stange in einem Zug um die Perle. Idealerweise reicht der Blob rundherum und gegen die Seiten hin haben sich etwas dickere Wülste gebildet; wenn das nicht der Fall ist, muss etwas mehr Glas geschmolzen und aufgetragen werden. Die dickeren Wülste werden nun mit kleiner Flamme weichgeschmolzen und mit einem Werkzeug (Messer, Stump Shaper) gegen den Dorn geschoben. Hier ist wichtig, dass die Basisperle fest bleibt, da sonst das Muster mitgeschoben wird. Die Flamme wird so auf das Klarglas gerichtet, dass sie nicht senkrecht darauffeuert, sondern das Glas streift. Dann sorgfältig glattschmelzen und die Perle fertigstellen.

O-Ton aus dem Perlentreff dazu: ...Ich mache eine schöne Kugel, halte sie in die Flamme und lasse sie herunterlaufen also, bis sie ganz weich ist, so eine richtig schöne Rotzglocke wie bei kleinen Kindern. Und die lasse ich auf die etwas erkaltete Grundperle fließen.Aber nicht vom Glasstab lösen. Sobald die Rotzglocke auf der Perle ist, ziehe ich sie gleichmässig Dick ringsrum. Die Grundperle sollte winzig klein sein, damit du mit einer Rotzglocke rum kommst...


Überfang mit Glasstreifen

Speziell für dünne, gleichmässige Überfänge gibt es Klarglas in Streifen zu kaufen. Diese werden in der Flamme angewärmt, bevor sie weich werden, auf die Perle aufgesetzt und dann von oben - wie ein Twister - gewärmt, damit sie sich um die Perle legen. Die Seiten werden ebenfalls mit einem Werkzeug zum Dorn hin geschoben. Als preisgünstigere Alternative kann man einen dicken Klarglasstab weich, aber nicht flüssigschmelzen und flachdrücken. (Lolli)

O-Ton aus dem Perlentreff dazu: ...ich habe extra Klarglas in Streifen fertigen lassen...Ich selber bin begeistert wie gut sich diese Streifen händeln lassen und wie gleichmässig der Schmelz und die Schicht Glas ist. Da die Kanten abgerundet sind ergibt sich zudem auch noch ein perfekter Abschluss...


Quelle : Perlentreff-Forum