Geschichte der Glasperle

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Übersicht

Ein Hinweis zur Aktualität der Übersicht


Hier eine schöne Übersicht der Geschichte der Glasperle von R. Müssler

Einige Hintergründe aus archäologischer Sicht

Perlenformen in der Geschichte, ein Überblick


Zeittafel

Hier nun einige Infos sortiert nach Zeitalter/Völker. Sollte ein einzelner Abschnitt zu lang werden bitte eine eigene Seite erstellen. Der Link dahin kann dann hier in den dazugehörenden Abschnitt eingefügt werden.


ca. 3500 v.Chr. , Orient

ca. 2000 v.Chr. , Mittelmeerraum

ca. 1250 v.Chr. , Ägypten

Endlich konnte eine Glasproduktion in Quantir,Ägypten nachgewiesen werden, und das in Bierkrügen !

Kaputte Bierkrüge

Glasproduktion im Bierkrug


Kelten

ZEITTAFEL

1500 - 920 v.Ch. Urnenfeldkultur, Spätbronzezeit Wahrscheinlich erste Bildung einer keltischen Sprache

750 v.Ch. Beginn Hallstatt C Eisenverarbeitung, Körperbestattung in Grabhügeln - Münzbrägung

625 - 500 v.Ch. keltische Einwanderungswelle auf die iberische Halbinsel und nach Westfrankreich

620 v.Ch. Beginn Hallstatt D Fürstensitzkultur

600 v.Ch. erste Besiedlungsspuren auf der Heuneburg

550 - 500 v.Ch. Grabhügel des Keltenfürsten von Hochdorf

480 v.Ch. Beginn La-Tène A Figuren und Ornamente in der Kunst + Wandel der keltischen Gesellschaft

480 - 450 v.Ch. Zerstörung der Heuneburg Grabhügel des Fürsten vom Glauberg

420 v.Ch. La Tene B1 Beginn der Wanderungen in Richtung Mittelmeerraum

330 v.Ch. La Tène B2

320 v.Ch. Erste Siedlungsspuren in Manching (Bayern)

260 v.Ch. La Tène C1

220 v.Ch. La Tène C2 - Das Ende der keltischen Expansion

150 - 120 v.Ch. La Tène D

50 v.Ch. Manching (Bayern) fällt Festlandkelten sind von den Römern und von Germanischen Stämmen unterworfen - Ende der keltischen Autonomität

15 v.Ch. Ende der La Tène-Zeit

60 - 61 n.Ch. keltische Stammesrevolte unter Icener-Königin Boudicca in Britannien

danach Die keltische Kultur bleibt leider nur in Schottland, Irland und der Bretagne halbwegs erhalten ..........

)Karin

Hier gehts zu einer Fotodokumentation über den Bau eines Lehmofens nach keltischen Vorlagen

Römer

Alemannen/Franken 3. - 8. Jh. n. Chr

Alemannisches/Fränkisches Glas Nach dem Abzug der Römer in der zweiten Hälfte des 3. Jh. n. Ch. aus den, von ihnen beherrschten Gebieten nördlich der Alpen, rückten verschiedene germanische Stämme (u.a. Alamannen) in die nun freien rechtsrheinischen Gebiete ein. Schon während der römischen Herrschaft, im 3. n. Jh., sind hohe Stellungen im römischen Heer mit Alamannen besetzten (Martin 1997). Es ist also davon auszugehen, daß beide Volksgruppen zusammen arbeiteten und es zu einem Austausch von Wissen in den verschiedenen Handwerken kam. Die Alamannen übernahmen wahrscheinlich, nach dem Abzug der Römer, die vorhanden Handwerksstätten und führten die Produktion weiter fort. Als Produktionsstätten sind Köln und Trier belegt. Damit erfolgte eine Technologiekontinuität. Im Jahr 496 wurden die Alemannen von dem fränkischen König Chlodewig (*um 466 – 511 ). unterworfen. Er gehörte dem Königsgeschlecht der Merowinger an, die große Teile Alemanniens unterwarfen und damit das Fränkischen Reiches gründeten. Ihre reale Macht verloren die Merowinger im 7. Jh. dann zunehmend an die Hausmeier, die dem karolingischen Adel angehörten (Karolinger).

Die Glasherstellung und –verarbeitung war ein hoch spezialisierter Zweig. Sie erfordert besondere Kenntnisse über Rohmaterialien, Temperaturen, Mischungverhältnisse und natürlich die Verarbeitung und Formung von Glas. Auch das Wiederverwenden (Wiedereinschmelzen) von Glas erfordert Spezialisten. Weiterhin braucht man das Wissen und die Resourcen um einen Hochtemperaturofen zu betreiben. Reiner Quarz (SiO2) schmilzt bei 1700°C, deshalb werden Flußmittel zugesetzt, um das Glas später bei niedrigeren Temperaturen verarbeiten zu können. In der Antike wurde als Flussmittel natürliches Soda, das vermutlich aus Ägypthen stammte, verwendet. Zusäztlich wurde Kalk (CaCO3) zu gegeben, bezw. kalkreicher Sand verwendet. Durch die verwendeten Zusätze war die Verarbeitungstemperatur der römischen wie auch der fränkischen Gläser auf ca 1000°C gesunken. Spätere Gläser enthalten mehr Blei, so daß ihre Verarbeitungstemperatur noch weiter gesunken war, vielleicht deutet dies auf eine Vereinfachung der Ofentechnologie hin. Von der Antike bis Ende des 8. Jh. wurde fast auschließlich Soda-Kalk-Glas hergestellt (Wedepohl 1993, Bezborodov 1975) und verwendet.

Römische Gefäße undRohglas aus Köln (n=43) Na2O 18,2; CaO 6,7; SiO2 71,2

Fränkische Gefäße vom Friedhof Gellep (n=16) Na2O 16,3±1,5; CaO 7,2±0,9; SiO2 67,5±3,8

Modernes farbloses Flaschenglas Na2O 12,5-13; CaO 9-12; SiO2 71-74


Vergleich der typische Zusammensetzung von Soda-Kalk-Gläsern (Wedepohl 1998, Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie 1976), Angaben in Gew%, n = Anzahl der Proben

Aus der Tabelle geht hervor das die Zusammensetzung des Soda-Kalk-Glases innerhalb des Zeitrahmens des römischen Reiches, über die Völkerwanderwanderungsszeit bis hin zum Ende des 8. Jh. n. Chr. im europäischen Raum konstant blieb, so daß, davon ausgehend, immer das gleiche Rezept, bezw. die gleichen Rohstoffe verwendet worden sind. Bis jetzt ist wurde jedoch noch kein direkter Nachweis im europäischen Bereich gefunden, der die direkte Glasproduktion (Rohglas-Schmelze) beweist, so daß eine römische Glasproduktion aus den Rohstoffen in Europa nicht nachgewiesen werden kann. Es gibt aber die Therorie, das die Kölner Glaswerkstatt für ihre römischen Gläser Frechener Sand verwendet haben soll (M. Rech 1982, Rottländer 1990), aber in jüngster Zeit wird eher die Hypothese vertreten, daß eine Glasherstellung aus den Rohstoffen nur im Nahen Osten erfolgte. Dieses Rohglas wurde dann in den europäischen Raum importiert und dort weiter verarbeitet und „veredelt“. Die Anteile des Basisglases am Gesamtanteil des Glases variieren erheblich, dies bedeutet das bei der Einfärbung der Gläser unterschiedlich große Mengen des Basisglases verwendet worden sind.

Wedepohl et al (1997) zeigt das die merowingerzeitlichen Gläser einen leicht erhöhten Manganoxid- und Eisenoxid Gehalt gegenüber den römischen Gläsern hatten. Die Formen der merowingerzeiglichen Hohlgläser schließen sich an die römischen Produkte an, so daß die Glashandwerker offensichtlich Kontakt untereinander hatten (Koch 1997). Auch bei den Perlen läßt sich keine sprunghafte Veränderung von den spätrömischen zu den merowingerzeitlichen erkennen. Einzig die Zusammensetzung der farbgebenden Zusätze unterliegt einer Veränderung.

Mehrere tausend Perlen wurden in Reihengräberfreidhöfen im Bereich der Schweiz, Frankreich, Deutschand und Niederlande aus der merowingischen Zeit gefunden. Die Bestattungriten im fränkischen Reich erlaubten es den Toten mit Grabbeigaben zu bestatten. In den Frauen- und Kinderngräbern fand man reichen bunt gefärbte Glasperlenschmuck. Zur Herstellung der Perlen wird ein einfacherer kleinerer Ofen benutzt, im Gegensatz zum Hohlglas (Becher, Vasen), dafür ist die Herstellung von Perlen komplexer, da man Glas und Farbpigmente gemeinsam verarbeitet und ein feines, präzieseres und miniaturisiertes Muster erstellt. Die Perlen aus den Reihengräberfriedhöfen stellen eine Mischung der verschiedestens Typen dar. Sie unterliegen keiner zeitlichen, regionalen oder sozialen Beschränkung und liegen in großer Menge vor. Es finden sich einheimische (lokale und regionale) und importierte (Millifiorie) Perlen, und natürlich auch ältere Perlen, die noch römischen Ursprungs sind.

In der frühen Merowingerzeit werden die Perlen noch aus dem hochwertigeren silikatreichem Glas hergestellt. Die rundlichen Perlen, der älteren Merowingerzeit sind aus hochbleihaltigen, qualitativ schlechteren Glas hergestellt, sie zeigen auch teilweise Lufteinschlüsse.

Die eingefärbten Glasperlen bestehen aus einer Glasmatrix und der farbgebenden Komponete, Als Basisglas wurde das schon erwähnte Soda-Kalk-Glas verwendet, das große Übereinstimung mit der Zusammensetzung antiker römischer Gläser hat.


Die farbgebenden Komponenten der Farben gelb (Pb2Sb2O7), rotbraun (Fe2O3), weiß (SnO2), orange(Cu2O) und grün (CuO) wurden dann regional beigemischt. In der jüngeren Merowingerzeit wurden arsen-und antimonhaltige gelbe Perlen hergestellt, die sich von den anderen auch durch ihre Bleiisotopenverhälnisse absetzen (beginnender Bergbau im südlichen Schwarzwald). Die oben genannten Metallverbindungen weisen auf eine enge Verbindung von Metallverarbeitung (Bergbau/Verhüttungtechniken) und der Glasperlenherstellung hin, wie sie auch schon für andere Zeiten und Regionen (Bronzeherstellung- Glasfärbung –Ägypthen) festgestellt wurde.

Die unterschiedlich hohen Farbkomponentenanteile sind ein Beleg dafür, daß das Einfärben des Glases (und die Perlenherstellung) an verschiedenen Orten im Merowingischer Reich stattfand und Perlen als Endprodukt hergestellt wurden. Teilweise regional, teilweise lokal in einzelnen Werkstätten wurde das Glas eingefärbt.

Merowinger Glasperlen und ihre Herstellungstechniken

Die Merowinger stellten ihre Perle hauptsächlich mit der Wickelmethode her, indem sie das geschmolzene zähflüssige Glas um einen konischen Eisenstab wickelten. Am häufigsten sind rundliche und doppeltkonische Perlen. Dominierende Farbe ist gelb, gefolgt von braun, weiß, grün und orange. Schwarze Perlen sind eher selten. Die Verbreitung von kobaltblauen und grün gefärbten translizide Glasperlen sind zu Beginn der 2. Hälfte des 1Jt. n.Chr. noch häufig nehmen aber dann schnell ab. Außer den einfarbigen Perlen findet man auch Perlen mit Augenmuster und fadenförmige Verzierungen.

Klassifizierung merowingerzeitlicher Glasperlen sind von Koch (1977), Sasse und Theune (1996), Matthes (1998) und Siegnmund (1998) durchgeführt worden.


Färbung der Gläser Die Färbung der Gläser wird in drei Arten unterschieden 1. Färbung mit Pigmenten - opake Gläser 2. Färbung durch in der Glasmatrix eingebrachte Ionen - transluzid gefärbte Gläser 3. Färbung mit fein verteilten Metallkolloide - z. Bsp. Rubinglas

Alle drei Färbemethoden wurden angewendet und auch kombiniert.

Literatur: M. Martin, Alamannen im römischen Heer, Die Alamannen 1997

Chr. Matthes, M. Heck, Cl. Theune, P. Hoffmann, J. Callmer, Produktionsmechanismen frühmittelalterlichen Glasperlen, Germania

M. Heck, Chemisch-Analytische Untersuchungen an frühmittelalterlichen Glasperlen Dissertation, Darmstadt 2000

K.H. Wedepohl, Die Herstellung mittelalterlicher und antiker Gläser 1993

K.H. Wedepohl, Mittelalterliches Glas in Mitteleuropa : Zusammensetzung, Herstellung, Rohstoffe 1998

M. A. Bezborodov, Chemie und Technologie der antiken und mittelalterlichen Gläser (Mainz 1975)

M. Rech 1982

Koch 1997

Rottländer 1990

B. Sasse, Cl. Theune, Leitfunde der Merowingerzeit, Germania

Sachsen

Altsächsische Glasperlen


Wikinger 850 A.D, - 1200 A.D.

Die Glasperlen der Wikingerzeit haben inzwischen ihre eigene Seite.


Mittelalter 1200 A.D. - 1400 A.D.

1500 A.D.

1700 A.D.

Heutzutage

sonstige Weblinks

Externe Links zu Geschichte findet man auf einer eigenen Seite.

Literatur zur Geschichte der Glasperlen

Die Literatur zur Geschichte der Glasperlen hat eine eigene Seite bekommen


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